CBD Guide: Alles was Sie über Cannabidiol wissen müssen

CBD Guide

CBD haltige Blüten sowie Produkte, die CBD beinhalten sind ziemlich im Trend. Auch in der Schweiz. Einige der Gründe dazu sind sicherlich, dass CBD aus der Natur (Cannabis Pflanze) stammt und dass es vielversprechende, erste Ergebnisse in der medizinischen Forschung damit gab.

Die Geschichte eines kleines Mädchens namens Charlotte trug ebenfalls dazu bei, dass CBD weltweit grosse Aufmerksamkeit erlebte. Charlotte litt an sehr starken epileptischen Anfällen, welche mit Hilfe von CBD extrem minimiert werden konnten. Mehr dazu etwas später.

Seitdem haben viele Enthusiasten erkannt, dass diese „Wunder-Verbindung“ Krämpfe stoppen, angstlösend wirken und chronische Schmerzen lindern kann.

Aber was ist Cannabidiol eigentlich? Wie funktioniert es und welchen Nutzen hat es? Wie unterscheidet es sich vom THC? Ist CBD das Gleiche wie Cannabis, Hanf oder Marihuana und ist CBD haltiges Cannabis denn nicht auch eine Einstiegsdroge? Und ist es in der Schweiz überhaupt legal?

Wir wissen, dass es viele verwirrende Informationen rund um CBD und Cannabis gibt. Deswegen haben wir diesen Guide, welcher laufend aktualisiert wird, zusammengestellt um all die Verwirrungen zu klären.

Sollten Sie dann immer noch Fragen haben, können Sie uns entweder eine Nachricht senden oder am Ende der Seite Ihre Frage als Kommentar hinterlassen.

Was ist CBD?

chemische Formel des CBD

CBD ist ein Cannabinoid. Cannabinoide sind die primären chemischen Verbindungen, die von der Cannabis-Pflanze produziert werden, und es gibt mehr als 85 identifizierte Cannabinoide. Tetrahydrocannabinol (THC) ist das bekannteste Cannabinoid und es ist auch das einzige psychoaktive Cannabinoid. Von den 85+ nicht-psychoaktiven Cannabinoiden ist Cannabidiol (CBD) das wohl bekannteste.

Cannabidiol, besser bekannt als CBD, ist die zweithäufigste chemische Verbindung welche in der weiblichen Cannabis sativa / indica Pflanze vorkommt. Anders als das berühmtere Molekül, THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol), hat CBD keine psychoaktive Wirkungen, macht also nicht „high“ und verändert auch nicht die Gemütslage oder das Denken. Zudem verursacht Cannabidiol selbst hochdosiert im Allgemeinen keine relevanten Nebenwirkungen.

Das bedeutet aber nicht, dass Cannabidiol überhaupt keine Wirkungen auf den Körper hat. Während Jahrzehnten übersahen medizinische Fachleute wie auch die breite Öffentlichkeit CBD und dessen Wirkungen, weil der psychoaktive Cannabis (THC) im Mittelpunkt stand. Kurz gesagt, Cannabidiol sorgt für Entspannung ohne Rausch.

Nun hat das medizinische Potenzial von CBD Cannabis den Weg zur breiten Öffentlichkeit gefunden. Klinische Versuche und viele Studien in den vergangenen vier Jahrzehnten haben festgestellt, dass das Cannabidiol vielversprechende, therapeutische Fähigkeiten aufweist. Cannabidiol wirkt unter anderem:

  • entzündungshemmend
  • angstlösend
  • antipsychotisch / antidepressiv
  • beruhigend / entspannend
  • antiepileptisch / krampflösend
  • schmerzlindernd
  • verdauungsanregend

Zudem unterstreichen wissenschaftliche und klinische Studien weiterhin das grosse Potenzial von Cannabidiol als eine mögliche Therapie-Form für eine Vielzahl von Erkrankungen wie Rheumatoide Arthritis, Diabetes, Alkoholismus, MS, chronische Schmerzen, Schizophrenie, PTSD, Antibiotika-resistente Infektionen, Epilepsie und andere neurologische Störungen. CBD hat neuroprotektive und neurogene Effekte und seine Antikrebs-Eigenschaften werden derzeit bei mehreren akademischen Forschungszentren weltweit untersucht.

CBD funktioniert bei so einer Vielzahl von gesundheitlichen Herausforderungen gut, weil es unser Endocannabinoid System im Körper verbessert. Dies ist das System, welches unter anderem die ordnungsgemässe Funktion der Zellen reguliert!

Meist wird CBD von Patienten in Form eines Öls verwendet. Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Krebs und Epilepsie verwenden häufig medizinisches Cannabisöl, das aus Cannabis mit sehr hohem CBD-Gehalt gewonnen wird.

Ist CBD das Gleiche wie Cannabis, Hanf oder Marihuana?

Wie am Anfang bereits erwähnt, ist Cannabidiol ein Bestandteil, besser gesagt eine chemische Verbindung, der Cannabis Pflanze.

Hanf und Marihuana sind zwei verschiedene Arten der Cannabis Pflanze mit unterschiedlichen Charakteren. Die Hauptunterschiede liegen vor allem im Geschlecht, THC Gehalt und Aussehen. So ist Marihuana vorwiegend eine weibliche Pflanze und Hanf eine Männliche.

Hanf ist die schmälere und grösser wachsende Art, welche meistens einen geringen, weniger als 0.3%, THC Gehalt aufweist. Hanf ist auch die Art der Cannabis Pflanze, welche von Bauern schon seit Jahrtausenden angebaut wurde. Hanf ist auch sehr vielseitig verwendbar und wird wegen dem geringen Gehalt an THC, nicht zum Rauchen (KIffen) verwendet.

Marihuana hingegen ist die kleinere, buschige und somit mehr in die Breite wachsende Pflanze mit dem höheren THC Gehalt, welcher bei gewissen Sorten sogar 10% übersteigen kann. Sie ist auch nicht so robust wie Hanf und braucht ein warmes, feuchtes Klima um richtig gedeihen zu können.

Was ist der Unterschied zwischen Hanf CBD & Marihuana (Cannabis) CBD?

Beide Cannabis Arten, Hanf & Marihuana, enthalten CBD. Der Unterschied ist der Gleiche wie bei THC. Hanf hat einen geringeren Gehalt an Cannabidiol als es Marihuana hat. Dies bedeutet, dass es eine sehr grosse Menge an Hanf benötigt um eine kleine Menge CBD zu erhalten. Ein weiterer grosser und wichtiger Unterschied ist, dass CBD, welches vom Hanf gewonnen wird, nicht die therapeutisch vorteilhaften Substanzen wie Terpene und anderen Cannabinoiden enthalten.

Ist CBD (Cannabidiol) in der Schweiz legal?

Im Gegensatz zum THC unterliegt Cannabidiol nicht dem Betäubungsmittelgesetz, da es keine psychoaktive Wirkung hat. Wichtig ist, dass der THC Gehalt bei CBD Produkten unter 1% liegt. Ist dies der Fall, können solche Produkte legal verkauft / erworben werden.

Ist CBD haltiges Cannabis nicht auch eine Einstiegsdroge?

Das wird das Gleiche sein, wie beim herkömmlichen Cannabis Konsum, wo der allergrösste Teil der Konsumenten NIE auf eine härtere Droge umsteigt und es auch nicht nachgewiesen werden kann, dass Cannabis eine Einstiegsdroge ist.

Wie funktioniert CBD?

Cannabinoide sind Agonisten, die an spezielle Rezeptoren an Ihre Zellen binden, die Cannabinoidrezeptoren genannt werden.

Bestimmte Rezeptoren haben eine hohe Konzentration im zentralen Nervensystem, während andere in fast jedem Organ des Körpers gefunden werden. Cannabinoid-Rezeptoren befinden sich in der Haut, im Verdauungstrakt und sogar in den Fortpflanzungsorganen.

Sie können Agonisten mit einem Schlüssel und Cannabinoid-Rezeptoren mit einem Schloss vergleichen. Durch den Konsum von Cannabis, nehmen Sie Agonisten ein, die mit verschiedenen Schlössern auf Zellen im Körper interagieren. Zusammen bilden diese Zellrezeptoren ein grösseres Endocannabinoidsystem (ECS).

Das ECS ist ein riesiges Netzwerk von Zellrezeptor-Proteinen mit vielen Funktionen. Einige beschreiben das ECS als das grösste Neurotransmittersystem im Körper. Es kommt fast überall vor, einschliesslich:

  • Stimmung
  • Gedächtnis
  • motorische Steuerungen
  • Abwehrfunktion
  • Fortpflanzung
  • Schmerzwahrnehmung
  • Appetit
  • Schlaf
  • Knochenentwicklung

Die vier wichtigsten Zwecke des ECS beinhalten Neuroprotektion, Stressbewältigung, Immunabgleich und homeostatische Regulierung. Das Letzte ist eine ausgefallene Art, sich auf ein System zu beziehen, das eine optimale Energiebilanz im Körper schafft.

Irgendwie scheint CBD dieses Ausgleichssystem zu erschliessen, um seine therapeutischen Effekte zu erzeugen. CBD ist in der Lage, mit Zellen in unserem Körper zu interagieren, weil das Molekül eine ähnliche Zusammensetzung zu vergleichbaren Chemikalien, die der menschliche Körper natürlich produziert, hat. Diese werden Endocannabinoide genannt.

Endo bedeutet im Innern und Cannabinoid bezieht sich auf die Wirkung an den Cannabinoid-Rezeptoren. Im Gegensatz dazu werden die Cannabinoide in der Cannabis-Pflanze technisch Phytocannabinoide genannt.

Es passiert nicht of, dass eine einzige Pflanze immer wieder in die Schlagzeilen gerät. Anders ist dies bei Cannabidiol, da es ein Phytocannabinoid mit grossem ernsthaftem und lebensrettendem Potenzial ausgestattet ist.

In der Tat hat CBD noch nicht vor all zu langer Zeit grosse Aufmerksamkeit erlangt, nachdem die Familie eines tapferen kleinen Mädchens beschlossen hatte über medizinisches Cannabis öffentlich zu sprechen.

Wie funktioniert CBD noch?

Es gibt noch viel über CBD zu lernen. Allerdings haben Wissenschaftler entdeckt, dass die Verbindung viel mehr macht als Cannabinoid-Rezeptoren zu engagieren. Die Auswirkungen von CBD im Körper sind breit und weitreichend. Bisher ist bekannt, dass das Cannabinoid auch direkt oder indirekt folgendes beeinflusst:

Einige Studien an Tieren deuten darauf hin, dass CBD auch durch Blockierung einer bestimmten Fettsäure, bekannt als Fettsäureamid-Hydrolase (FAAH), funktionieren kann. Das Enzym, das dafür verantwortlich ist, das natürlich vorkommende endocannabinoide Anandamid im Körper zu zerlegen.

Anandamid ist auch bekannt als das „Bliss-Molekül“ oder das menschliche THC. Es hilft grundlegende Funktionen wie die Lust und Belohnung, den Appetit, den Eisprung, das Gedächtnis, den Schlaf und die Schmerzen zu regulieren.

CBD in der Medizin

CBD in der Medizin

Der therapeutische Wert von Cannabidiol ist fast unglaublich. Seit Jahrzehnten haben veraltete Gesetze eine Pflanze verboten, welche Eigenschaften hat, die zu einem der wichtigsten Medikamente für moderne Krankheiten werden kann.

CBD ist polypharmakologisch, was bedeutet, dass es mehrere verschiedene Pfade im Körper auf einmal beeinflussen kann. Das wiederum macht es sehr schwierig dieses Molekül zu erforschen, da es fast unmöglich ist zu sagen, welche Wirkung diese unterschiedlichen Wechselwirkungen aufeinander haben. Allerdings, unabhängig von einem Mangel an qualitativ hochwertigen menschlichen Studien, finden mit diesem beruhigenden Cannabinoid viele medizinische Cannabis-Patienten Linderung in ihrer Krankheit. Hier sind ein paar der häufigsten Gründe, warum Patienten CBD verwenden:

Krebs

Diabetes

Lupus

Motorische Störungen

Nikotinsucht

Parkinson

Chronische und neuropathische Schmerzen

Zwangsstörungen

Osteoporose

Verschiedene pädiatrische Zustände

Die Geschichte von Charlotte

Charlotte

Charlotte Figi hörte auf zu lachen bevor sie fünf Jahre alt war. Während das durchschnittliche Kind etwa 300 Mal am Tag lacht, verlor Charlotte vorübergehend ihre Fähigkeit zu kommunizieren. Der Grund war eine sehr seltene und schwere Form der Epilepsie namens Dravet-Syndrom.

Betroffen von diesem Dravet-Syndrom ist weltweit eins von 30’000 Kindern. Obwohl die meisten Dravet-Patienten ihr Leben als gesunde Kinder starten, beginnt die Entwicklung sich schnell nach den ersten Monaten zurückzubilden.

Bereits drei Monate alte Kinder können von intensiven Krampfanfällen betroffen sein. Diese Anfälle führen dazu, dass die Kinder das Bewusstsein für bis zu ein paar Stunden verlieren.

Während mehreren Jahren mussten die Figi’s immer wieder in die Notaufnahme. Sie waren verzweifelt. Sie hatten in dieser Zeit alles erlebt. Unerwartete Komplikationen, experimentelle Medikamente und kamen auch immer wieder zu hören, dass sie das Ende des Machbaren erreicht haben. Als es scheinbar Hoffnungslos war, machte die Familie endlich eine Entscheidung, die ihr Leben verändern sollte.

Was sie nicht wussten, war, dass ihre Entscheidung letztlich eine riesige soziale Bewegung auslösen würde, und was noch wichtiger ist, dass sie ihre Tochter wieder zum Leben zu erwecken würde. Die Familie hat sich entschlossen, ihre Tochter mit Cannabidiol (CBD) zu behandeln, einer der primären Verbindungen, die in der Marihuana-Pflanze gefunden wurden.

CBD wurde für viel zu lange nicht geschätzt

Als Paige und Matt Figi ihre Suche nach nicht-psychoaktivem Cannabis in Colorado begannen, wurden sie nicht gerade vom Glück verfolgt. Denn seit den 1980er Jahren hatten Marihuana-Züchter nur ein einziges grosses Ziel: Die Züchtung der stärksten, psychoaktiven Cannabis-Sorten die es da draussen gab.

Die Konkurrenz unter den Marihuana-Züchtern war riesig. Nach fast drei Jahrzehnten steigender Nachfrage nach psychoaktivem Cannabis ist es nicht ungewöhnlich, in eine Apotheke zu gehen und Cannabis mit einem THC-Gehalt von über 20% zu finden. Im Vergleich dazu enthielt Cannabis in den 70er Jahren durchschnittlich 6 bis 8% THC.

Die Konzentration der Züchter auf das THC hatte zum Nachteil, dass sie bei Kreuzungen der verschiedenen Cannabis Pflanzen das CBD komplett übersahen. Dies erschwerte ebenfalls für die Forscher den Zugang zum Cannabidiol um dies medizinisch zu erforschen.

Zum Glück für Kinder wie Charlotte dachte eine Colorado-Familie bereits weit voraus. Die Stanley-Brüder hatten genau die Pflanze herangezüchtet, welche die Figi’s gesucht hatten: eine Sorte mit einem hohen CBD und niedrigem THC Gehalt.

Sorten mit hohem CBD und niedrigem THC Gehalt haben praktisch keine, wenn überhaupt, psychoaktive Wirkung. Besser noch, diverse Forschungen und Studien deuteten darauf hin, dass Cannabis mit hohem CBD Gehalt eine beruhigende Wirkung aufweist.

Vor der endgültigen Entscheidung, Charlotte mit CBD zu behandeln, erlitt Charlotte 300 starke Krampfanfälle pro Woche. Alle 15 Minuten einen Anfall.

Und wie sah es mit der Anzahl Anfällen aus, nachdem Charlotte, neben ihrere Medikamente, auch CBD-Öl verabreicht wurde? Die Figis konnten es kaum Fassen. Das CBD hielt Charlottes Krampfanfälle für eine ganze Woche in Schach.

Während sechs Monaten hörte ich sie nicht lachen. Ich hörte nicht mal ihre Stimme. Das Einzige was zu hören war, war ihr Weinen. Ich konnte es mir nicht Vorstellen, dass ich sie einmal beobachten würde, wie sie die Fortschritte macht, welche sie gerade machte, Dinge tut, die sie tun wollte (ohne das medizinische Marihuana). Für mich ist es keine Selbstverständlichkeit. Jeder Tag ist ein Segen. – Paige Figi

Charlotte’s Geschichte wurde erstmals 2003 von CNN ausgestrahlt. Seitdem hat CBD weltweit Schlagzeilen gemacht. Es gab sogar Familien, welche nach Denver gezogen sind, im für ihre kranken Kinder medizinisches Marihuana bekommen zu können, weil es nicht in alles US Staaten legal ist. Diese Familien bilden eine Gruppe von Migranten, welche als „medizinische Cannabis Flüchtlinge“ bezeichnet werden.

Die Kühnheit der Familie Figi hat einen wirklichen politischen Wandel in Amerika hervorgerufen. Staaten, die einst scheinbar Jahrhunderte weit weg von der Veränderung ihrer Cannabis Gesetze waren, haben Pro-CBD legislative Initiativen, mit der Ermutigung von Paige Figi, eingeführt.

8 klinisch erprobte Eigenschaften von CBD

klinisch erprobte Eigenschaften von CBD

CBD ist wahrlich weit mehr einsetzbar als nur für den Genuss. Es gibt schon zahlreiche Studien, die die positiven therapeutischen Eigenschaften von CBD wiedergeben.

1. Lindert Schmerzen und Entzündungen

Unter den vielen Vorteilen, welches CBD aufweist, steht für viele die natürliche Schmerzlinderung ganz oben auf der Liste. Nachweise deuten darauf hin, dass Cannabinoide sich bei der Schmerzlinderung als sehr nützlich erweisen können.

Das Journal of Experimental Medizin publizierte 2012 eine Studie welche herausgefunden hatte, dass CBD chronische Entzündungen und neuropathische Schmerzen bei Nagern merklich lindern konnte. Forscher schlagen vor, dass Cannabidiol und andere nicht psychoaktive Komponenten der Cannabis Pflanze eine neuartige Klasse von therapeutischen Mitteln zur Behandlung von chronischen Schmerzen darstellen könnten. (Studie)

Eine in Kanada erstellte Analyse im Jahre 2007 kam zum Entschluss, dass Cannabinoide inklusive dem CBD/THC Kombinations-Mundspray wirksam bei der Behandlung von neuropathischer Schmerzen bei MS Patienten sind. (Studie)

2. Hat antipsychotische Effekte

Forschungen haben gezeigt, dass CBD die Eigenschaft beinhaltet, anti-psychotische Effekte auszulösen. Es scheint ein pharmakologisches Profil zu haben, ähnlich dem von atypischen Antipsychotika, wie es bei Verhaltens- und neurochemischen Techniken in Tierversuchen zu sehen ist.

Zusätzlich haben Forschungen gezeigt, dass CBD ein bemerkenswertes Sicherheitsprofil bei klinischen Studien an Patienten die unter Schizophrenie leiden aufweist. (Studie)

Die Themen Schizophrenie und Psychose sind seit langem Hauptpunkte in der Cannabismedizin. Eine weitere in Schizophrenie veröffentlichte Studie von 2015 deutete darauf hin, dass die Fähigkeit von CBD, die psychoaktiven Eigenschaften von THC zu reduzieren, auch für Schizophrenie-Patienten sehr hilfreich sein kann. (Studie)

Zusammen mit traditionellen Medikamenten waren frühe Versuche mit CBD als ergänzende Behandlung für Schizophrenie mit einem beeindruckenden Ergebnis erfolgreich. Die starken entzündungshemmenden Eigenschaften von Cannabidiol können auch anti-psychotische Eigenschaften verleihen. Psychose wurde mit stärkeren Entzündungen im Gehirn verbunden.

3. Reduziert Angstgefühle / Angstzustände

Reduziert Angstgefühle

Haben Sie schon mal „Gras“ geraucht? Und löste dies Angstgefühle bei Ihnen aus? Falls ja, dann war ziemlich sicher der zu hohe THC und der zu geringe CBD Gehalt der Grund dafür. Wie schon erwähnt, haben THC und CBD entgegengesetzte Wirkungen. Das THC führt zu mehr Angstzuständen. CBD hat hingegen die Eigenschaft, die Angstzustände zu lindern.

Obwohl THC bekannt ist, dass es zu Paranoia führen kann, ist CBD eine ausgezeichnete Wahl für all die Canna-Neugierigen, welche Cannabis noch nicht probiert haben, weil sie Respekt vor Paranoia haben.

Das Cannabinoid kann sogar die unangenehmen Gefühle der Ängstlichkeit beseitigen. In einer Studie von 2011 rekrutierten die Forscher 10 Patienten mit sozialer Angst. Die Patienten hatten noch keine medizinischen Behandlungen für ihre Krankheit erhalten.

Den Patienten wurden entweder 400 mg CBD oder ein Placebo in einem doppelblinden Experiment gegeben. Die CBD-Behandlung verbesserte die subjektiven Angst-Symptome im Vergleich zu einem Placebo erfolgreich. (Studie)

In einer weiteren Studie wurden wiederum noch nie behandelte Patienten, welche wiederum an einer sozialen Angststörung litten durchgeführt. Dieses mal wurden 24 Patienten rekrutiert. Ihnen wurde 1.5 Stunden bevor sie eine öffentliche Rede halten mussten, entweder CBD oder ein Placebo verabreicht. Die Forscher fanden heraus, dass die Verabreichung von CBD die Angst, Beeinträchtigungen sowie ihr Unbehagen eine öffentliche Rede zu halten markant minderte. Die Patienten die das Placebo erhielten, litten and erhöhten Angstzuständen und an Unbehaglichkeit. (Studie)

4. Kann helfen Krebsleiden zu lindern

Diverse wissenschaftliche Berichte zeigen auf, dass CBD auch die Eigenschaft besitzt, die Krebszellenbildung zu minimieren oder gar zu stoppen. (Studie) Eine im Jahr 2006 veröffentlichte Studie im Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics hat zum aller ersten Mal herausgefunden, dass CBD potentiell und selektiv das Wachstum von verschiedenen Brust-Tumor-Zelllinien gehemmt hat und zeigte deutlich weniger Stärke in Nicht-Krebs-Zellen. (Studie)

2011 haben Wissenschaftler Klarheit zum zellulären Mechanismus, durch den CBD den Zelltod in Brustkrebszellen bewirkt, gebracht. Sie haben aufgezeigt, dass CBD einen konzentrationsabhängigen Zelltod der Östrogen-Rezeptor-positiven und der Östrogen-Rezeptor-negativen Brustkrebszellen herbeiführt. (Studie)

CBD verhält sich wie eine nicht-toxische Verbindung und Studien zeigen, dass Dosen von 700 Milligramm pro Tag für 6 Wochen keine offene Toxizität beim Menschen zeigten, was darauf hindeutet, dass es für eine längere Behandlung verwendet werden kann. Die Forschungen haben nicht nur aufgezeigt, dass CBD wirksam zur Bekämpfung von Brustkrebszellen sein kann, sondern die Daten weisen auch darauf hin, dass es zur Bekämpfung der Ausbreitung von Darm- und Lungenkrebs erfolgreich eingesetzt werden könnte. Plus es besitzt Anti-Tumor-Eigenschaften in Gliomen und wurde verwendet, um Leukämie zu behandeln. (Studie)

5. Lindert Übelkeit

Cannabis wird seit Jahrhunderten zur Unterdrückung von Übelkeit und Erbrechen verwendet. Die Forschung hat in Tierversuchen gezeigt, dass unter den mehr als 80 Cannabinoid-Verbindungen welche in Marihuana gefunden wurden, sowohl das berauschende THC wie auch das nicht-berauschende Cannabidiol hilft, Übelkeit und Erbrechen zu beseitigen.

Eine Studie aus dem Jahr 2012 welche im britischen Journal of Pharmacology veröffentlicht wurde, hatte festgestellt, dass CBD Anti-Übelkeit und antiemetische Effekte beinhaltet, als es an Ratten verabreicht wurde. (Studie) Forscher fanden ebenfalls heraus, dass Cannabidiol diphasisch wirkt, was bedeutet, dass es in niedrigen Dosen Toxin-induziertes Erbrechen unterdrückt, aber in hohen Dosen erhöht es Übelkeit oder hat gar keine Wirkung.

6. Kann Krampfanfälle und andere neurologische Störungen behandeln

CBD kann gegen Kranpfanfälle helfen

Wie die Anekdote über Charlotte Figi hoffentlich deutlich gemacht hat, kann das Endocannabinoidsystem eine Schlüsselrolle bei der zukünftigen Behandlung von Epilepsie spielen. Vor kurzem hat ein britisches Pharmaunternehmen, GW Pharmaceuticals, erfolgreiche Phase-III-Studien mit einem reinen Cannabidiol-Medikament für Epilepsie durchgeführt.

Das Medikament heisst Epidiolex, und es hat bereits gute Ergebnisse für Patienten mit dem Dravet-Syndrom und Lennox-Gastaut-Syndrom gezeigt. In anderen Untersuchungen wurde festgestellt, dass CBD die Wirksamkeit anderer üblicher Antiepileptika erhöht und bekanntermassen neuroprotektiv ist. In der Theorie hilft dies, Gehirnzellen gesund zu halten und es reduziert Zellschäden.

Forscher von der Stanford Universität haben 2014 eine Umfrage bei Eltern, welche einer geschlossenen Facebook Gruppe angehörten, durchgeführt. Dabei ging es um die Anwendung von Cannabidiol reichem Cannabis bei der Behandlung von Krampfanfällen bei ihren Kindern. Unter den eingereichten Antworten erfüllten diejenigen die Kriterien für die Studie, welche eine Diagnose zu Epilepsie und eine derzeitige Anwendung von Cannabidiol reichem Cannabis beinhalteten. Bevor diese Kinder mit Cannabis behandelt wurden, kamen durchschnittlich 12 verschiedene Medikamente zum Einsatz. 16, also 84 Prozent von den 19 Eltern meldeten eine Reduktion der Anzahl der Epilepsie-Anfälle ihres Kindes, während sie mit CBD reichem Cannabis behandelt wurden. Zwei (11 Prozent) von ihnen haben sogar gemeldet, dass ihr Kind komplett frei von epileptischen Anfällen war. Acht (42 Prozent) gaben an, dass sich die Anfälle bei ihrem Kind um mehr als 80 Prozent reduzierten und sechs (32 Prozent) meldeten eine Reduktion der Anfälle von 25 – 60 Prozent. Weitere positive Effekte waren erhöhte Wachsamkeit, bessere Stimmung und verbesserter Schlaf. Während Nebenwirkungen Schläfrigkeit und Müdigkeit einschlossen. (Studie)

Später im Jahr 2014 berichteten die Forscher über die vorläufigen Ergebnisse einer Studie mit Kindern mit behandlungsresistenten Epilepsien in einem erweiterten Program namens „Mitgefühlsprogramm“. Die Patienten erhielten einen gereinigten 98%-igen auf Öl-basiertem CBD-Extrakt namens Epidiolex, der von GW Pharmaceuticals hergestellt wird. Nach 3 monatiger Behandlung hatten 39 Prozent der 23 Patienten einen Rückgang an epileptischen Anfällen von mehr als 50 Prozent. Diese vorläufigen Ergebnisse unterstützen die Tierstudien und die Umfragen welche berichteten, dass CBD eine vielversprechende Behandlung für behandlungsresistente Epilepsien sein kann und es in der Regel in Dosen bis zu 25 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht gut verträglich ist. (Studie)

7. Senkt die Häufigkeit von Diabetes

Eine Studie aus dem Jahr 2006 fand heraus, dass die CBD-Behandlung die Häufigkeit von Diabetes bei nicht-fettleibigen diabetischen Mäusen von einer Häufigkeit von 86 Prozent bei nicht behandelten Mäusen bis zu einer Häufigkeit von 30 Prozent bei CBD-behandelten Mäusen signifikant verringerte. CBD-Behandlungen zeigten auch eine signifikante Reduktion des Plasmaspiegels von entzündungshemmenden Zytokinen(Studie)

Im Jahr 2013 veröffentlichte das American Journal of Medicine eine Studie, die die Auswirkungen der Marihuana-Anwendung auf Glukose-, Insulin- und Insulinresistenz bei Erwachsenen hervorgehoben hat. Die Studie umfasste 4.657 Erwachsene Männer und Frauen aus der National Health and Nutritional Examination Survey von 2005 bis 2010. Von den Teilnehmern konsumierten aktuell 579 Marihuana und 1.975 konsumierten Marihuana in der Vergangenheit. Die Forscher fanden heraus, dass die aktuellen Marihuana Konsumenten einen 16 Prozent niedrigeren Insulinspiegel aufwiesen. Sie fanden auch einen Zusammenhang zwischen dem Marihuana-Konsum und kleinerem Taillenumfang, ein Faktor, der mit dem Beginn der Diabetes-Symptome zusammenhängt. (Studie)

8. Fördert die Gesundheit des Herz-Kreislaufs

Eine im Jahr 2013 erschienene Studie, die im britischen Journal of Clinical Pharmacology veröffentlicht wurde, berichtete, dass Cannabidiol gegen die Gefässschäden, die durch eine hohe Glukoseumgebung, Entzündungen oder die Induktion von Typ-2-Diabetes in Tiermodellen verursacht werden, schützt. (Studie)

Was ist der Unterschied zwischen CBD & THC?

Wie oben bereits erwähnt, ist THC psychoaktiv, während Cannabidiol es nicht ist. Obwohl beide Verbindungen Cannabinoide sind, interagieren sie jeweils mit dem Körper auf unterschiedliche Weise. THC greift direkt in den Cannabinoidrezeptor 1 (CB1), welches sich weitgehend auf das Zentralnervensystem konzentriert, ein.

CBD aber greift nicht in gleicher Weise in CB1 ein. Wie vom Neurologen und medizinischen Forscher Dr. Ethan Russo in einem Interview mit Project CBD erklärt wird:

[CBD] neigt nicht dazu, direkt an die sogenannte orthochonische Stelle [an Cannabinoidrezeptoren] zu binden, wo THC bindet. Vielmehr bindet es an eine sogenannte allosterische Stelle, eine andere Stelle auf dem Rezeptor, und so verändert sie die Bindung von THC und den endogenen Cannabinoiden, den Endocannabinoiden.

Also, was ist die Erkenntnis in einem THC vs CBD Vergleich? Cannabidiol und THC verbinden sich auf Rezeptoren an verschiedenen Orten. Während THC direkt mit dem Cannabinoid über die orthoponische Stelle in Berührung kommt, scheint CBD diese Wechselwirkung zu regulieren oder fein abzustimmen, indem es sich an einen separaten Rezeptorort anschliesst.

Diese Tatsache ist vielleicht der Grund welcher es dem Cannabidiol ermöglicht, die Psychoaktivität von THC zu modulieren. Einfach gesagt, wenn man sich nach etwas Cannabis ängstlich fühlt, könnte dies bedeuten, dass es zu viel THC und nicht genug CBD beinhaltete. Der Nachweis deutet darauf hin, dass CBD das psychoaktive Hoch von THC reduziert.

Wie Russo vorschlägt, ändert CBD auch die Fähigkeit für die körpereigenen Endocannabinoide, sich mit der primären Bindungsstelle zu beschäftigen. Dies wird theoretisiert, um den „endocannabinoiden Ton“ zu verändern, was für bestimmte medizinische Bedingungen sehr vorteilhaft sein könnte.

In einer Arbeit aus dem Jahre 2008, vermutet Russo, dass einige Leute einen „Endocannabinoid-Mangel“ haben können. Er spekuliert, dass dieser Mangel eine der Gründe für Migräne, Reizdarmsyndrom und Fibromyalgie ist.

Sollten weitere Versuche mit CBD positive Ergebnisse zeigen, kann sich das Cannabinoid als leistungsfähiges, therapeutisches Instrument für die Zustände des menschlichen Endocannabinoid Systems erweisen.

Cannabis als ganzheitliche medizinische Pflanze

Cannabis Pflanze

Während Cannabidiol starke medizinische Wirkungen haben kann, ist es wichtig zu beachten, dass diese Wirkungen der Verbindung verstärkt werden, wenn sie mit anderen Cannabinoiden kombiniert werden. Eine der grössten Debatten rund um Cannabidiol beschäftigt sich mit dem jüngsten Push in Richtung „ganze Pflanzenmedizin“. Die Idee hinter der gesamten Pflanzenmedizin hat mit etwas zu tun, das unter Wissenschaftlern als Gefolgeffekt bekannt ist.

Der Gefolgeffekt ist die Idee, dass Kombinationen von Cannabinoiden, wie CBD und THC, in Synergie zusammenarbeiten, um bestimmte therapeutische Effekte im Körper zu erzeugen. Dies kann erklären, warum einige epileptische Patienten gut auf CBD reagieren, während andere besser auf THC reagieren. Der Folgeeffekt wurde bereits in pharmazeutischen Arzneimitteln eingesetzt.

GW Pharmaceuticals Multiple Sklerose (MS) Medikament Sativex, zum Beispiel, enthält ein ausgewogenes Verhältnis von THC zu CBD. Die beiden Cannabinoide arbeiten zusammen besser bei der Bekämpfung von MS-Symptomen als nur CBD allein.

Fazit

CBD hat extrem viele positive Eigenschaften mit extrem wenigen Nebeneffekten, wenn überhaupt. Trotzdem darf man CBD nicht als all heilendes Wundermittel anschauen. Wie es auch in all den Forschungsberichten immer wieder erwähnt wird, wirkt CBD nicht bei jedem Menschen gleich.

Wir sind erst ganz am Anfang. Es gibt noch sehr viel mehr über Cannabidiol und dessen therapeutischen Möglichkeiten zu erfahren. Die Forscher sind dran und auch wir bleiben dran und werden stets alles Neue über dieses wunderbare Cannabinoid berichten.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit CBD gemacht? Oder hat es Ihnen bereits geholfen? Erzählen Sie es uns entweder via Sozialen Medien oder via Kommentar weiter unten auf dieser Seite. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

Quellen

 

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